Und immer lockt
das Weib.
Dabei war sie
elf Jahre über mir,
ich kannte sie,
weil Erwin
sie kannte,
vom Kino,
CinemaScope
ab achtzehn.
Die Bombe
Brigitte Bardot
schlug bei uns
trotzdem ein:
Im ersten Lichtschein
der Straßenlampe
formten unsre Hände
ein schwungvolles B
mit üppigen Kurven,
bevor Mutter rief.
Siebzig Jahre danach
wird im September 2026
in Paris BBs letzte Habe
versteigert – 285 Lose.
Sie verstarb mit 91,
kurz vor Silvester.
Ein schwarzes Tutu
bringt 5000 Euro,
ihre Sonnenbrille
gut die Hälfte.
Eine Flamenco-Gitarre,
das Peugeot-Fahrrad,
ihre vier Nachthemden
gehen glatt weg.
Die Olivetti Lettero 22
hätte auch ich gerne,
ein guter Monatslohn.
Merdouilles das meiste
auf der Auktion,
pikant ist nichts.

Viel aufregender bleibt
jenes Jungserlebnis
im feinen Grau
des frühen Abends
unter der Laterne.
Sie war elf Jahre
über mir, langsam
verringert sich
der Abstand.
Ich sollte anfangen,
mal einen Film
mit ihr zu sehen.
Solange es
noch Zeit ist.
© hertz

