Hochzeit bei Brodersen.
Sie krieg‘n sich in die Wolle,
als man die Braut entführt.
Wohin und wer? Kein Ton,
die Handys schwiegen schlicht.
Das Funkloch ist geblieben,
die Braut, sie tat es nicht.
© hertz
Hochzeit bei Brodersen.
Sie krieg‘n sich in die Wolle,
als man die Braut entführt.
Wohin und wer? Kein Ton,
die Handys schwiegen schlicht.
Das Funkloch ist geblieben,
die Braut, sie tat es nicht.
© hertz
Blaue Boote
gehen mit der Flut.
Salbeifarben
die See.
Am Himmel tuschen
die Wolken
haardünne Zeichen.
Wir lernen unsre
geheimen Namen
by heart.
© hertz
Meine Katze
scheute,
als er kam.
Meine Musik
hat er gehört,
mein Notebook
hat er beguckt,
meine Limo
hat er getrunken,
meine Chips
hat er gegessen,
meine Poster
hat er bewundert.
Meinen Busen
hat er probiert.
Meine Puppen
taten wir beiseite.
Meine Katze
schnurrte,
als er ging.
© hertz
Unter’m schatt’gen Baum
geschrien alle Namen,
verrauscht längst.
Beim schwarzen Weg
geweint bittre Tränen,
versiegt längst.
Im dunklen Stall
geschworn hundert Eide,
verjährt längst.
In ihrem Zimmer
geküsst auf den Mund,
weiß ich noch.
© hertz
Der erste Zug
zerspant
das Frühlicht,
kreischt
in der Kurve,
verschüchtert
das Begehren.
Bilder fliehen
den Schlaf.
Rechtsgewälzt.
Linksgewälzt.
Herzspitzenstoß,
es pocht,
es pocht.
Der ich bin,
ist nicht da.
© hertz
Traumhatz.
Fetzen von Sätzen.
Bänglich pocht
dein Herz an.
Ich fahre hoch:
Kein Wechselbalg,
du bist noch da.
Ich lege mich
dicht an dein Ohr
und summ dir was
vom Morgenstern.
© hertz
Treffpunkt Zicklein Schleckmich.
Hand in Hand zu den Wölfen.
Eine Junge mit Headset
greift sich was aus dem Eimer,
rote Fleischklümpchen fliegen.
Mir wird speiübel. Lieber
wo die Blesskälber wohnen.
Lutschen einem die Finger
so nass. Füttern, ja bitte.
Später futtern wir Pommes.
© hertz
Mehr Fassaden geht nicht.
Und dann die Höfe:
Empört watet die Katze
am Saum der Pfütze entlang.
Die Junge in roten Hosen
bricht fremden Flieder,
Smartphone in der Linken.
Abfalltüten unverschämt
neben dem Brunnenhäuschen.
Unter’m Ahorn ein Bänkchen
kurz und unbesucht.
Wenn wir hier wohnten,
baute ich Dir und der Katze
einen hölzernen Steg,
umzäunte unseren Flieder allerhöchst,
schleunigst riefe ich die Müllabfuhr –
anderntags aber war ohnehin alles weg.
Und abends bisweilen
säßen wir bedeutsam eng
auf dem Bänkchen im Hof.
Einmal aber würde der schöne goldene Sigismund
auf der Spitze des Rathausturmes
winkend sich zu uns wenden.
© hertz
Dann tut der Abend alles ab
die Nacht zieht uns aus
bloß noch der Glanz
deiner Faltencreme
und meine Flecken
auf den Händen
der Arzt sagt
das sei
bei uns
so
© hertz