Hochzeit bei Brodersen.
Sie krieg‘n sich in die Wolle,
als man die Braut entführt.
Wohin und wer? Kein Ton,
die Handys schwiegen schlicht.
Das Funkloch ist geblieben,
die Braut, sie tat es nicht.
© hertz

lyrisch bis alltäglich
Hochzeit bei Brodersen.
Sie krieg‘n sich in die Wolle,
als man die Braut entführt.
Wohin und wer? Kein Ton,
die Handys schwiegen schlicht.
Das Funkloch ist geblieben,
die Braut, sie tat es nicht.
© hertz
Eine halbe Zigarette lang
flach an die Wand gedrückt,
das Regal als Sichtschutz,
sein iPod dauernd im Blick.
In der Zwölften schon wusste er,
was er werden wollte:
Heckenschütze.
Lisa hörte darum sofort auf,
mit ihm zu gehen.
Er malt sich
ihre prallen Brüste aus,
nur bis dahin ging es.
Zicke. Freifräulein Louise von –
er müsste ihr’s mal
richtig zeigen.
Das Signal.
Hastig zerquetscht er
den glühenden Stummel
zwischen Daumen und Zeigefinger.
© hertz
Armknochen. Beinknochen.
Im Spotlight sehe ich
eine Beckenschaufel,
mehrmals gebrochen,
wie der Flügel
einer ausgestorbenen Vogelart.
Die Splitter im Fach drüber
waren mal ein Oberschenkelhals.
Das neue Hotel hat den Fund
zweisprachig beschriftet.
Vormensch, männlich.
Lag zu flach für die Tiefgarage.
Zuhause ziehe ich mich sofort aus,
meine Finger graben nervös
nach meinem Becken
unter so viel Fleisch.
Passt.
© hertz
Der Hackklotz
das Handbeil
die Ewigkeitssekunden
der Schnabel
der Kamm
die rote Spur
Gockelhahn
den ich liebte
weisst du noch
keine Träne
der Befehl
© hertz
Ogottogott schwitzt,
will am liebsten
den Laden zumachen.
Die Wünsche der Kundschaft
gehen mir auf den Keks,
tippt sein Zeigefinger,
das meiste nicht lieferbar.
Noch 37 Zeichen,
langsam tut’s weh,
verdammt klein alles.
Er hätte gern
ein Seniorenhandy
mit Ventilator
und ein tolles Gewitter
oder eine andere schöne Krise.
© hertz
Wind umspielt zärtlich
die heißeste Sonnenbrille
von ganz Fielmann
auf ihrem Malibu-Surfbrett
jetzt und für den Rest
eines berauschenden Lebens
voller Sommerhits
Zack
Vorbei
Arschbombe
© hertz
Der Froschkönig werden soll,
ruft fünf Tage vorher an,
Ferngespräch, es knackt,
sie sollen einen anderen
in den Brunnen schicken.
Er sei konvertiert,
man mache ihn gleich
zum Gürtelträger,
wenn schon denn schon,
zweiundsiebzig Jungfrauen,
alle glutäugig. O Mann.
Besser als ’ne Tussi,
die einen an die Wand klatscht.
© hertz
MoinChef
Wasis
AchduKacke
Besserals
Egaldoch
Kommschon
Machsdirselba
Kannnich
Gehtdoch
Scheißdrauf
Nervnich
HerrGottnochmal
Fickdich
Lasses
Gehnwa
MohltiedChef
© hertz
Kapuzenjungs im feuchten Weltenschmerz,
sie finden sich vom Leben abgehängt.
Die Politik, die „Alte”, pöö, geschenkt.
Es ploppt das Pils, zwei Glatzen machen Terz,
jongliern mit Bügelflaschen bloß zum Scherz,
die erste hab‘n sie schon ins Watt versenkt.
Gern steht man hier als Mann, so eng gedrängt,
sich duckend in die Herde, wasserwärts.
Die Lästerzungen tänzeln ohne Zaum,
anheim fällt nun die Stadt der Ridicule.
Die Bürger fallen in den ersten Traum.
Der Strom bringt Nachtluft, beißend ihre Kühle,
man geht, die dünnen Jacken wärmen kaum,
kann sein, es gibt am Schluß ein paar Gefühle.
© hertz
Ob er’s schaffen wird,
am Sonntag seine Leber
an den Mann zu bring’n?
© hertz