{"id":130,"date":"2017-11-22T14:13:50","date_gmt":"2017-11-22T14:13:50","guid":{"rendered":"https:\/\/landpoet.de\/?p=130"},"modified":"2021-03-19T20:08:56","modified_gmt":"2021-03-19T20:08:56","slug":"liliencron","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.landpoet.de\/?p=130","title":{"rendered":"<font color=#8B668B>Liliencron<\/font>"},"content":{"rendered":"<p><strong>D<\/strong>etlev von Liliencron lebte Ende des 19.Jahrhunderts in Schleswig-Holstein. Von 1883 bis 1885 war er Kirchspielvogt in Kellinghusen (Holstein). Geldmangel und Frauengeschichten pr\u00e4gten sein Leben &#8211; nicht nur an diesem Ort.<\/p>\n<p>St\u00f6rkathen ist eine kleine Heidelandschaft unweit von Kellinghusen, die der Dichter gerne aufsuchte. Ein ruhiger Ort, durch den auch Autor schon manchmal geschlendert ist. Vielleicht entstand hier eines von Liliencrons Gedichten, das er der Kieler Zeitung zum Abdruck vorlegte \u2013 dort aber bedauerte man.<\/p>\n<p>Der Volont\u00e4r bei der Kieler Zeitung und angehende Dichter Johannes Kruse bedauert, dass das von Liliencron eingesandte Gedicht Persisches Liebeslied nicht abgedruckt werden kann, da es zu erotisch sei. Das Werk selbst ist aber nicht daran schuld. Vielmehr sei die Redaktion gezwungen, auf das Publikum R\u00fccksicht zu nehmen. &#8222;Mancher Backfisch u. r\u00fchrselige alte Jungfer ist darunter, und zwar nicht nur vom weiblichen Geschlechte. [&#8230;] Anst\u00e4ndige rote Gr\u00fctze und fromme unschuldige Milch\u201a das ist es, was ein ansehnlicher Teil von unsern Lesern verlangt.&#8220;<\/p>\n<p>Persisches Liebeslied<\/p>\n<p>Deine dunklen Augenbrauen<br \/>\nSind zwei sanfte Pfortenbogen;<br \/>\nEines lichtwechselnden Gartens Eingang<br \/>\nHaben sie zierlich \u00fcberzogen.<\/p>\n<p>Aber viel schwarze Wimpernspeere,<br \/>\nDie rings ihn, ein reizender Wall, umschm\u00fccken,<br \/>\nSetzen sich trotzig gradaus mir entgegen,<br \/>\nTrag ich Verlangen, dort Rosen zu p\ufb02\u00fccken.<\/p>\n<p>Heut, als meine Liebe gl\u00fchte,<br \/>\nLie\u00dfest du mich nicht l\u00e4nger warten,<br \/>\nUnd durch die sanften Bogenpforten<br \/>\nFand ich den Weg in den M\u00e4rchengarten.<\/p>\n<p>Die Stunde war still, die Menschen gingen<br \/>\nVor\u00fcber und konnten uns nicht entdecken;<br \/>\nWir sa\u00dfen vom Fenster weitab in der Halle,<br \/>\nSie konnten so hoch nicht die H\u00e4lse recken.<\/p>\n<p>Und ungest\u00f6rt, eine selige Stunde,<br \/>\nDurft ich im Paradiese weilen<br \/>\nUnd Rosen p\ufb02\u00fccken, so viel ich wollte;<br \/>\nIch glaube, wir p\ufb02\u00fccklen zu gleichen Teilen.<\/p>\n<p>Inzwischen sanken die Wimpernspeere<br \/>\nWie Fahnen, besiegt auf erst\u00fcrmtem H\u00fcgel,<br \/>\nUnd lagen geschlossen in s\u00fc\u00dfer Erm\u00fcdung,<br \/>\nWie des ermatteten Schmetterlings Fl\u00fcgel.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Detlev von Liliencron lebte Ende des 19.Jahrhunderts in Schleswig-Holstein. Von 1883 bis 1885 war er Kirchspielvogt in Kellinghusen (Holstein). Geldmangel und Frauengeschichten pr\u00e4gten sein Leben &#8211; nicht nur an diesem Ort. St\u00f6rkathen ist eine kleine Heidelandschaft unweit von Kellinghusen, die der Dichter gerne aufsuchte. Ein ruhiger Ort, durch den auch Autor schon manchmal geschlendert ist. &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/www.landpoet.de\/?p=130\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201e<font color=#8B668B>Liliencron<\/font>\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"sfsi_plus_gutenberg_text_before_share":"","sfsi_plus_gutenberg_show_text_before_share":"","sfsi_plus_gutenberg_icon_type":"","sfsi_plus_gutenberg_icon_alignemt":"","sfsi_plus_gutenburg_max_per_row":"","footnotes":""},"categories":[11,10,5],"tags":[74,102,15],"class_list":["post-130","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-leute","category-norddeutschland","category-werkstatt","tag-liebe","tag-liliencron","tag-lyrik"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.landpoet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/130","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.landpoet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.landpoet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.landpoet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.landpoet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=130"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/www.landpoet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/130\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2660,"href":"https:\/\/www.landpoet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/130\/revisions\/2660"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.landpoet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=130"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.landpoet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=130"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.landpoet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=130"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}